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Viele Einwohner, auch Einheimische, wundern sich, ist ihnen doch
unbekannt, dass es im idyllischen Mausbachtal ein Bergwerk geben
soll. Natürlich nicht. Aber vor 115 Jahren gab es eines,
aus dem sogar Erz gefördert wurde.
Aber eines nach dem andern. Zunächst einmal zum Mausbach.
Da früher die Stiftsmühle eine Wassermühle war,
zu derem Betrieb nicht der Neckar sondern der "Mühlenbach"
diente, wurde aus dem mittelhochdeutschen "Mulspach"
merkwürdigerweise eine "Mausbach", wobei doch jedem
einleuchtet, dass dieses Gewässer mit Mäusen überhaupt
nichts zu tun hat. Außer der Stiftsmühle unterhalb
Stift Neuburgs war in dieser Gegend kein Gewerbebetrieb ansässig,
wenn man die Kalkgewinnung aus den Lößkindeln beim
Haarlass außer acht lässt.
Mitte des 19.Jahrhunderts begann jedoch das Zeitalter der Industrialisierung,
und erreichte auch Ziegelhausen, wenn auch auf indirektem Wege.
Denn man benötigte auf einmal jede Menge Erz, das allein
in den damaligen deutschen Landen nicht zu beschaffen war. Außer
Eisen musste auch ein Metall von weit herkommen: aus Afrika, Indien,
Brasilien, der Ostküste des Schwarzen Meeres: MANGAN. Bei
den damaligen Transportmöglichkeiten eine langwierige und
damit teure Angelegenheit. Dieses grauweiße, spröde
Metall ist technisch allein nicht verwertbar, aber in Verbindung
mit Eisen ergibt es nach der Schmelze einen hochfesten Stahl,
der höchsten Anforderungen im Maschinenbau, wie Rostbeständigkeit
und Schleißfestigkeit genügte.
Was Wunder, dass man auch in unseren Breiten, vor allem im vorderen
Odenwald nach diesem begehrten Erz zu suchen begann. Es war die
Firma Röchling, auch heute noch ein großer Konzern
der Stahlerzeugenden Industrie, der innerhalb der Zechsteinformation
mit einer Fläche von 60 qkm ein Manganerzlager vermutete,
das sich auszubeuten lohnen würde.
In alten Urkunden werden außer Heidelberg noch viele Orte
genannt, in denen Schürfungen betrieben wurde: Neuenheim,
Handschuhsheim , Dossenheim, Schriesheim, Wilhelmsfeld, Heiligkreuzsteinach,
Heddesbach, Lützelsachsen, Peterstal, Hinter- u. Vorderheubach,
Eiterbach, Hilsenhain, Altneudorf, Brombach, Altenbach, Lampenhain.
Außer diesen Gemeinden wurde der Fa. Röchling auch
für Ziegelhausen am 4.12.1890 von Friedrich v.Gottes Gnaden,
Großherzog von Baden ein Muthschein verliehen, der sie zum
Schürfen berechtigte. Es begann anschließend das Niederbringen
von Versuchsschächten innerhalb eines 1.650 ha großen
Waldgrundstücks, das vom Russenstein neben dem Hotel Haarlaß
nördlich bis zur Hochstraße, die zum Weißen Stein
führt, und westlich an die Gemarkung von Handschuhsheim und
Dossenheim grenzt.

Viele Spaziergänger wandern vom Busparkplatz "Köpfel"
den Kuhriegelweg entlang, um auf den Philosophenweg in Richtung
Heidelberg zu treffen, ohne zu ahnen, dass oberhalb einer starken
Linkskurve, wo der Weg abwärts zum Stift Neuburg führt,
der Eingang zum ehemaligen Bergwerk liegt. Im Sommer ist das gemauerte
Tor mit dem Schlussstein, der zwei gekreuzte Bergwerkshämmer
und die Jahreszahl 1894 aufweist, wegen des wuchernden Gestrüpps
kaum zu erkennen. Jetzt jedoch ist es vom Weg aus sichtbar, zumal
von den Naturschutzwarten immer wieder ein Zugang freigeschnitten
wird.
Nun waren damals, 1890, die ersten Genehmigungen erteilt, und
die Suche nach Mangan konnte beginnen. Man nahm Abstand von weiter
im Odenwald liegenden Gemeinden und konzentrierte sich um die
Gegend von Heidelberg.
Denn nachdem man in Heddesbach einen Stollen von 213 m Länge
angelegt und nur ein Erzlager von 6 - 25 cm entdeckt hatte, gab
man diesen auf. So begann man oberhalb der Stiftswiesen und auch
zum Teil auf Neuenheimer Gemarkung mit Versuchs-Schächten.
Links vom Stolleneingang sind im Wald noch erhebliche Vertiefungen
zu sehen, die teils auch vom mittlerweile eingestürzten Stollen
herrühren.
Während die Gemeinde Ziegelhausen vom Bergbau profitierte,
sie erhielt immerhin auf 10 Jahre eine Pacht von 100 RM jährlich,
war man bei der Stadt Heidelberg diesem Vorhaben nicht wohlgesinnt.
Man befürchtete Einbußen beim Fremdenverkehr durch
Belästigungen der Spaziergänger hauptsächlich auf
dem Philosophenweg und Auswirkung auf die Wasserversorgung. Schließlich
erhob die Stadt Einspruch beim Ministerium des Innern in Karlsruhe.
Leider, so muss man sagen, entschied sich dieses zu Gunsten von
Heidelberg - "auch wegen der landschaftlichen Schönheit".
So wurde man nur noch auf Gemarkung Ziegelhausen tätig und
brachte einen Schacht nieder, der in 20 m Tiefe auf ein Manganerzlager
von 60 cm Stärke stieß.
So trieb man zunächst eine Strecke von 70 m Länge vor,
die zunächst in Holzbauweise verstrebt wurde. Vor Ort waren
damals 8 Männer, die in drei Schichten Tag und Nacht arbeiteten.
1894 wurde oberhalb der Stiftswiesen ein Hauptförderstollen
vorgetrieben, der durch Sandseingeschiebe führte und deshalb
auf 35 m Länge ausgemauert wurde. Er ist heute noch erhalten
und hat eine Breite von 2,80 m und ist 2 m hoch.
Anschließend stieß man auf harten Granit, dem man
mit Dynamit zu Leibe rückte, wobei man Hunderte von kg verbrauchte,
die in einem separaten Gang unter sicherem Verschluss gehalten
wurde. Der Einsatz von Jugendlichen war schon damals verboten
und die Sicherheitsvorschriften recht hoch.
Im November 1895 hatte man bereits eine Länge von 362 m erreicht
und stieß nach einigen Monaten auf das Erzlager, das dann
bis Ende 1896 mit insges.130 t auf eine Länge von 460m abgebaut
wurde.
Zum Abtransport des Erzes plante man schon früh eine Bahn
über den Büchsenacker zum Neckar, die aber wegen der
steilen Hanglage (über den Neuen Weg) sicher nicht realisiert
wurde. Auch ein Weg am Stift vorbei zum Neckarufer entlang des
Mausbachs wäre zu lang gewesen, um per Eisenbahn den Weitertransport
zu gewährleisten, obwohl jenseits am "Jägerhaus"
damals eine Haltestation war, jedoch keine Fähre, und mit
Nachen die tonnenschwere Fracht über den Neckar zu bringen,
wäre bei Hochwasser sowieso unmöglich gewesen.
Leider gibt es hierfür keine Unterlagen , und so bleibt als
die vernünftigste Annahme der Transport in Fässern mit
Pferdefuhrwerken über den Mausbachhangweg zum Köpfel,
den Köpfelweg hinunter zur Peterstaler Straße, und
schließlich die Hauptstraße entlang zur Neckarfähre
der "Neh" unterhalb des "Ochsen", was einer
Strecke von ca. 2 km entspricht. Auf Heidelberger Seite war dann
die Bahnstation, von dort ging's nach Völklingen, wo das
Erz verhüttet wurde.
Viele Spaziergänger wandern vom Busparkplatz "Köpfel"
den Kuhriegelweg entlang, um auf den Philosophenweg in Richtung
Heidelberg zu treffen, ohne zu ahnen, dass oberhalb einer starken
Linkskurve, wo der Weg abwärts zum Stift Neuburg führt,
der Eingang zum ehemaligen Bergwerk liegt. Im Sommer ist das gemauerte
Tor mit dem Schlussstein, der zwei gekreuzte Bergwerkshämmer
und die Jahreszahl 1894 aufweist, wegen des wuchernden Gestrüpps
kaum zu erkennen. Jetzt jedoch ist es vom Weg aus sichtbar, zumal
von den Naturschutzwarten immer wieder ein Zugang freigeschnitten
wird.
Nun waren damals, 1890, die ersten Genehmigungen erteilt, und die
Suche nach Mangan konnte beginnen. Man nahm Abstand von weiter im
Odenwald liegenden Gemeinden und konzentrierte sich um die Gegend
von Heidelberg.
Denn nachdem man in Heddesbach einen Stollen von 213 m Länge
angelegt und nur ein Erzlager von 6 - 25 cm entdeckt hatte, gab
man diesen auf. So begann man oberhalb der Stiftswiesen und auch
zum Teil auf Neuenheimer Gemarkung mit Versuchs-Schächten.
Links vom Stolleneingang sind im Wald noch erhebliche Vertiefungen
zu sehen, die teils auch vom mittlerweile eingestürzten Stollen
herrühren.
Während die Gemeinde Ziegelhausen vom Bergbau profitierte,
sie erhielt immerhin auf 10 Jahre eine Pacht von 100 RM jährlich,
war man bei der Stadt Heidelberg diesem Vorhaben nicht wohlgesinnt.
Man befürchtete Einbußen beim Fremdenverkehr durch Belästigungen
der Spaziergänger hauptsächlich auf dem Philosophenweg
und Auswirkung auf die Wasserversorgung. Schließlich erhob
die Stadt Einspruch beim Ministerium des Innern in Karlsruhe. Leider,
so muss man sagen, entschied sich dieses zu Gunsten von Heidelberg
- "auch wegen der landschaftlichen Schönheit". So
wurde man nur noch auf Gemarkung Ziegelhausen tätig und brachte
einen Schacht nieder, der in 20 m Tiefe auf ein Manganerzlager von
60 cm Stärke stieß.
So trieb man zunächst eine Strecke von 70 m Länge vor,
die zunächst in Holzbauweise verstrebt wurde. Vor Ort waren
damals 8 Männer, die in drei Schichten Tag und Nacht arbeiteten.
1894 wurde oberhalb der Stiftswiesen ein Hauptförderstollen
vorgetrieben, der durch Sandseingeschiebe führte und deshalb
auf 35 m Länge ausgemauert wurde. Er ist heute noch erhalten
und hat eine Breite von 2,80 m und ist 2 m hoch.
Anschließend stieß man auf harten Granit, dem man mit
Dynamit zu Leibe rückte, wobei man Hunderte von kg verbrauchte,
die in einem separaten Gang unter sicherem Verschluss gehalten wurde.
Der Einsatz von Jugendlichen war schon damals verboten und die Sicherheitsvorschriften
recht hoch.
Im November 1895 hatte man bereits eine Länge von 362 m erreicht
und stieß nach einigen Monaten auf das Erzlager, das dann
bis Ende 1896 mit insges.130 t auf eine Länge von 460m abgebaut
wurde.
Zum Abtransport des Erzes plante man schon früh eine Bahn über
den Büchsenacker zum Neckar, die aber wegen der steilen Hanglage
(über den Neuen Weg) sicher nicht realisiert wurde. Auch ein
Weg am Stift vorbei zum Neckarufer entlang des Mausbachs wäre
zu lang gewesen, um per Eisenbahn den Weitertransport zu gewährleisten,
obwohl jenseits am "Jägerhaus" damals eine Haltestation
war, jedoch keine Fähre, und mit Nachen die tonnenschwere Fracht
über den Neckar zu bringen, wäre bei Hochwasser sowieso
unmöglich gewesen.
Leider gibt es hierfür keine Unterlagen , und so bleibt als
die vernünftigste Annahme der Transport in Fässern mit
Pferdefuhrwerken über den Mausbachhangweg zum Köpfel,
den Köpfelweg hinunter zur Peterstaler Straße, und schließlich
die Hauptstraße entlang zur Neckarfähre der "Neh"
unterhalb des "Ochsen", was einer Strecke von ca. 2 km
entspricht. Auf Heidelberger Seite war dann die Bahnstation, von
dort ging's nach Völklingen, wo das Erz verhüttet wurde.

Spaziergänger waren vor 100 Jahren genauso
wie heute im Bereich des Philosophenweges und vom Hotel Haarlass
kommend, im Wald unterwegs.
Die Stadt Heidelberg befürchtete deshalb durch die Abfuhrwege
weiterhin Einbußen ihres Fremdenverkehrs und - damals schon
- Einwirkungen auf die Qualität des Trinkwassers, das hauptsächlich
aus den Quellen des Haarlass und mittleren Guckkastenweges bezogen
wurde. Dieser dauernden Beschwerden wurde die Firma Röchling
deshalb überdrüssig, zumal die Abbauergebnisse nicht
befriedigten.
Nach Niederbringen eines weiteren Versuchsschachtes mit immerhin
70 m Tiefe, der keine starken Erzlager anzeigte, wurden die Arbeiten
am 1.7.1897 eingestellt. Am 1.9.1913 wurde deshalb auch das Pachtverhältnis
mit der Gemeinde Ziegelhausen gekündigt. Anscheinend war
damit das Ende des Bergbaus in Ziegelhausen besiegelt.
Aber da gibt es einen Befahrungsbericht des Großherz.Bergmeisters
vom 20.11.1918, dass der Betrieb nach dem 1.Weltkrieg doch wieder
aufgenommen wurde. Aus dem Schreiben und weiteren geht hervor,
dass bis dahin 277 t Erz nach Völklingen versandt wurde und
auf der Halde noch immerhin 100 t lagerten.
Die Kosten des Transports sind auch genannt und zwar 0,20 Reichsmark
pro Zentner und Völklingen bezahlte 2.- RM pro Einheit. Allerdings
verlangte die Hütte 12%tiges Erz, während aus der Grube
Ziegelhausen nur 7,6%tiges gefördert wurde. Die Analysen
ergaben hierzu 12 % Eisen, 44 % Silizium und um die 30 % Wasser!
Ein weiterer Schacht mit 20 m Tiefe in der Mausbachwiese auf 20
m westlicher Strecke ergab ebenfalls nur Mangan mit kleinen 10-15
cm nicht zusammenhängenden Lagern. Es lohnte sich damals
nicht mehr. Weiterhin war auch die Stadt Heidelberg nicht untätig
und intervenierte ständig. Auch das Forstamt schaltete sich
ein und verwies auf Bodensenkungen im Unteren Mausbachweg. Also
wurde 1919 der Abbau eingestellt, die Schächte verfüllt
und das Bergwerkseigentum 1925 vom Finanzministerium aufgehoben.
Man glaubt nun, das wäre das Ende, aber vor dem Beginn des
2.Weltkrieges, 1936, war natürlich die Nachfrage nach Stahl
erheblich gestiegen. Jetzt witterte das Bezirksamt Heidelberg
die günstige Gelegenheit, auch am Wirtschaftsboom teilzuhaben
und richtete eine Anfrage an das Badische Bergamt Karlsruhe. Doch
das Ergebnis fiel negativ aus und auch die Fa. Röchling zeigte
kein Interesse mehr, da das Erz wegen des nassen und hohen Siliziumsgehalts
für den Hochofen-Prozess denkbar ungeeignet sei. Nicht nur
die schwierige Transportfrage, sondern auch die minderwertige
Qualität gab hier den Ausschlag.
So ruht der Stollen nach 90 Jahren in einem Dornröschenschlaf,
der vielleicht doch eines Tages durch vermehrte Nachfrage nach
Mangan gedeckt werden könnte, zumal die heutigen technischen
Möglichkeiten der Förderung und Schmelze denen vor 100
Jahren doch deutlich überlegen sind.

Doch sind Bestrebungen im Gange, nach Beseitigung des Wildwuchses
und Öffnen der Mauer, zumindest den vorderen, gut ausgemauerten
Stollen teilweise, nach Genehmigung durch das Oberbergamt Freiburg,
unter bestimmten Auflagen zugänglich zu machen. Auch wäre
auf einer Hinweistafel den Interessierten die Geschichte des Bergwerks
näher zu bringen.
Eine Sitzgruppe, wie bisher mit dem Forstamt besprochen, könnte
dieses schöne Fleckchen Erde unterhalb der Mausbachwiese
aufwerten. Links vom Stolleneingang findet der geologisch Interessierte
im Wald noch metertiefe Absenkungen, die von den Versuchsschächten,
aber auch vom eingesunkenen holzverstrebten Stollen herrühren
könnten. Mit einem Wünschelrutengänger wird deshalb
demnächst der genaue Verlauf des über 400 m langen Stollens
festgestellt. Über die Ergebnisse, auch über die Quellen
des Mausbachtals wird an dieser Stelle demnächst berichtet.
Bis dahin leben noch bisher ungestört die einzigen dort in
einem Biotop hausenden Lebewesen: Salamander, Frösche und
Molche.
Der ausführliche Bericht über das Bergwerk befindet
sich übrigens im Heimat-Bild-Kalender "Unser Land",
dessen 25.Ausgabe gerade im Buchhandel erschienen ist, und viele
Beiträge hiesiger Autoren aufweist. Es kann gerade als kleines
Präsent zur Weihnachtszeit wärmstens empfohlen werden.
(Die Autoren schreiben ehrenamtlich).
Erich J.Lehn
Naturschutzwart
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